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Microsoft 365 Preiserhöhung zum 01.07.2026: Was KMU jetzt wissen und tun müssen

26. Juni 2026 · Matthias Tichý

Das Wichtigste in Kürze

Microsoft hat am 04. Dezember 2025 angekündigt, die Preise für Microsoft 365 zum 01.07.2026 weltweit anzupassen. Die Erhöhungen reichen je nach Plan von rund 5 bis 43 Prozent. Im Gegenzug integriert Microsoft KI-Funktionen (Copilot Chat) und ausgewählte Security- und Management-Tools ohne Aufpreis in die bestehenden Suite-Pläne. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das eine spürbare Verteuerung — aber auch eine planbare. Wer vor dem 30.06.2026 eine Annual-Commitment-Verlängerung über den CSP-Partner oder das Lizenzportal abschließt, sichert sich die alten Preise für volle zwölf Monate. Bestandsverträge laufen ohnehin bis Vertragsende zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen weiter. Wir fassen in diesem Beitrag zusammen, welche Pläne betroffen sind, welche Strategien sich für KMU lohnen — und worauf Sie bei der Verlängerung Ihrer Microsoft-365-Lizenzen jetzt achten sollten.

Welche Pläne sind betroffen — und um wie viel teurer werden sie?

Die folgende Übersicht zeigt die in der deutschen Fachpresse zirkulierenden Listenpreise (Annual Commitment, pro User und Monat). Wichtig: Microsoft selbst hat bisher nur USD-Listenpreise veröffentlicht. Die finalen EUR-Werte werden offiziell erst kurz vor dem Stichtag bekanntgegeben. Die folgenden EUR-Zahlen sind belastbare Indikationen aus mehreren übereinstimmenden Partner-Quellen — die exakten neuen Listenpreise Ihres CSP sollten Sie vor jeder Verlängerung verifizieren. Microsoft 365 Business Basic: 6,00 € → 7,00 € (+16,7 %) Microsoft 365 Business Standard: 12,50 € → 14,00 € (+12 %) Microsoft 365 Business Premium: 22,00 € → 22,00 € (unverändert) Microsoft 365 E3: 36,00 € → 39,00 € (+8,3 %) Microsoft 365 E5: 57,00 € → 60,00 € (+5,3 %) Microsoft 365 F1 (Frontline): rund +33 % Microsoft 365 F3 (Frontline): rund +25 % Frontline-Spitzenwerte: laut Microsoft FAQ bis zu +43 % Unverändert bleiben außerdem Office 365 E1, das eigenständige Microsoft 365 Copilot Add-on (ca. 30 USD), Standalone Microsoft Teams und das ab Mai 2026 neu verfügbare Microsoft 365 E7 Frontier-Paket. Größte Verlierer sind also die Frontline-Pläne F1 und F3, die typischerweise für Schicht-, Logistik- oder Produktionspersonal eingesetzt werden. Unternehmen mit vielen F-Lizenzen sollten ihre Budgetplanung 2026/2027 gezielt anpassen.

Was bekommt man für den Aufpreis?

Microsoft begründet die Anpassung nicht mit Inflation, sondern positioniert sie als Wertsteigerung. Konkret werden ab 01.07.2026 in die Suite-Pläne integriert, was bisher teils kostenpflichtige Add-Ons waren: Copilot Chat — der KI-Chat-Assistent ohne Microsoft-365-Datenzugriff wird Bestandteil von Business Basic, Standard, Premium sowie E3 und E5. Bisher als separater Add-on bepreist. Defender for Office 365 Plan 1 — Anti-Phishing, Anti-Malware und URL-Time-of-Click-Protection (SafeLinks Lite) werden integriert. Intune-Module — Remote Help, Advanced Analytics und Privilege Management werden Teil der Suite-Pläne (Premium, E3, E5). Microsoft Cloud PKI — Zertifikatsverwaltung für Geräte wird in höhere Pläne integriert. Mailbox-Storage — verdoppelt sich für Business-Pläne von 50 GB auf 100 GB pro User. Wer diese Add-Ons bisher separat lizenziert hat, kann sie nach dem 01.07.2026 aus dem Lizenzbestand entfernen — das ist die wichtigste Kostenoptimierung, die Microsoft selbst anbietet.

Was sich an den Vertragsbedingungen ändert

Über die Listenpreiserhöhung hinaus hat Microsoft im Frühjahr 2026 zwei Anpassungen am Microsoft New Commerce Experience (NCE) eingeführt, die KMU kennen sollten: Monthly-Billing-Aufschlag: Seit April 2026 verlangt Microsoft +5 Prozent Aufschlag auf Annual-Commitment-Lizenzen, wenn diese monatlich statt jährlich abgerechnet werden. Wer auf Annual umstellt, spart diesen Aufschlag. Grace Period entfällt: Nach Ablauf eines NCE-Abos gibt es keine Kulanzfrist mehr. Wenn die Verlängerung nicht rechtzeitig erfolgt, schaltet Microsoft sofort auf den teureren Monatspreis (Extended Service Term, rund +20 Prozent) um. Für laufende Verträge gilt unverändert: Bestandsverträge laufen bis zum Ende ihrer aktuellen Laufzeit zu den vereinbarten Preisen weiter. Erst die Verlängerung nach dem 01.07.2026 erfolgt zu den neuen Listenpreisen. Wichtigste Konsequenz: Wer ein Annual Commitment vor dem 30.06.2026 abschließt oder verlängert, sichert sich die alten Preise für zwölf weitere Monate — also bis Mitte 2027.

Sieben Strategien für KMU zur Kostenoptimierung

1. Early Renewal vor dem 30.06.2026 Wer einen Verlängerungstermin zwischen Juli und Dezember 2026 hat, kann beim CSP-Partner eine vorgezogene Verlängerung beantragen. Damit gelten zwölf Monate lang die alten Listenpreise. Über das QualityHosting-Lizenzportal, das wir unseren Kunden bereitstellen, lässt sich das schnell umsetzen. Mehr zu unseren Microsoft-365-Leistungen finden Sie auf der Service-Seite. 2. Annual statt Monthly Billing Den Monthly-Billing-Aufschlag von 5 Prozent vermeiden Sie, indem Sie auf jährliche Vorauszahlung wechseln. Auf einen Jahresplan bei 20 Lizenzen sind das schnell mehrere hundert Euro Ersparnis pro Jahr. 3. Lizenzbestand bereinigen Karteileichen, Doppellizenzen und Lizenzen ausgeschiedener Mitarbeiter kosten Geld, ohne Nutzen zu bringen. Ein Lizenz-Audit vor der Verlängerung deckt typischerweise 10 bis 20 Prozent Einsparpotenzial auf. 4. Add-On-Konsolidierung Wenn Sie Defender for Office 365 Plan 1, SafeLinks oder einzelne Intune-Module heute separat lizenzieren, prüfen Sie ab Juli 2026 die Konsolidierung: Diese Funktionen sind dann Teil der Suite-Pläne und müssen nicht mehr extra gebucht werden. 5. Plan-Review Standard versus Premium Da Standard um 12 Prozent steigt, Premium aber unverändert bei 22 € bleibt, schrumpft die Preisdifferenz von 9,50 € auf 8 € pro User und Monat. Wer aktuell Standard plus separate Sicherheits-Add-Ons fährt, rechnet ab Juli oft mit Premium günstiger — inklusive Defender for Business, Intune und Entra ID P1. 6. Downgrade auf Basic prüfen Für reine Mail- und Teams-User ohne lokale Office-Apps ist Microsoft 365 Business Basic die günstigere Wahl. Auch nach der Anpassung bleibt Basic mit 7 € pro User und Monat deutlich unter Standard. 7. Frontline-Lizenzen kritisch prüfen F1 und F3 sind die größten Verlierer der Anpassung. Wer Schichtpersonal oder Logistik-Mitarbeiter auf F-Lizenzen hat, sollte den tatsächlichen Bedarf neu bewerten und gegebenenfalls auf Business Basic upgraden oder Lizenzen reduzieren. Backup wird mit der Anpassung übrigens NICHT integriert. Wenn Sie noch kein Drittanbieter-Backup für Microsoft 365 nutzen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt — als autorisierter CodeTwo Reseller und Veeam-Partner beraten wir Sie zu passenden Lösungen.

Häufige Fragen zur Microsoft-365-Preiserhöhung 2026

Gilt die Erhöhung auch in Deutschland und Österreich? Ja. Microsoft hat die Anpassung weltweit angekündigt. Für den deutschen und österreichischen Markt veröffentlicht Microsoft die finalen EUR-Listenpreise voraussichtlich im Juni 2026 — also kurz vor Stichtag. Kann ich meinen Microsoft-365-Vertrag jetzt noch verlängern? Ja, das ist die wirkungsvollste Maßnahme. Eine Annual-Commitment-Verlängerung vor dem 30.06.2026 sichert die alten Preise für zwölf Monate. Bei einem dreijährigen Vertrag (Triennial Commitment) sogar bis 2029 — aber das birgt das Risiko, an einer SKU festzukleben, die in drei Jahren nicht mehr passt. Mein Vertrag läuft bis November 2026. Was passiert? Ihr Vertrag läuft bis Vertragsende zu den ursprünglich vereinbarten Preisen. Erst die Verlängerung nach November 2026 erfolgt zu den neuen Konditionen. Sie können aber eine vorgezogene Verlängerung beantragen, um zwölf Monate lang die alten Preise zu sichern. Was ist mit Microsoft 365 Copilot? Das eigenständige Copilot Add-on bleibt unverändert bei rund 30 USD pro User und Monat. Microsoft 365 Copilot Business (KMU-Variante bis 300 User) steigt von rund 15,60 € auf 18,20 € pro User und Monat — das entspricht der globalen Anhebung von 18 auf 21 USD. Ich habe Frontline-Lizenzen für mein Personal. Was nun? F1 und F3 steigen am stärksten (rund +25 bis +33 Prozent, Spitzenwerte bis +43 Prozent). Prüfen Sie, ob Ihre Frontline-Mitarbeiter tatsächlich die Funktionen einer F-Lizenz nutzen oder ob Business Basic ausreichend wäre. Auch eine Reduktion der Lizenzanzahl ist häufig möglich, wenn das Personal Lizenzen geteilt nutzt. Mein CSP nennt andere EUR-Preise als oben aufgeführt. Welche stimmen? Maßgeblich ist immer die offizielle Microsoft-Preisliste in EUR — diese veröffentlicht Microsoft erst rund einen Monat vor Stichtag. Die in der Fachpresse zirkulierenden Werte sind aus mehreren Quellen quervalidierte Indikationen, aber keine offiziellen Microsoft-Listenpreise. Vor jeder Verlängerung sollten Sie die aktuellen Konditionen Ihres CSP-Partners abfragen.

Fazit: Jetzt handeln spart Geld

Die Microsoft-365-Preiserhöhung zum 01.07.2026 ist angekündigt und gut planbar. Für die meisten KMU bedeutet sie eine Verteuerung zwischen 8 und 17 Prozent — in Einzelfällen (Frontline-Pläne) deutlich mehr. Wer rechtzeitig handelt — also vor dem 30.06.2026 — kann mit drei Maßnahmen einen großen Teil der Mehrkosten abfedern: vorgezogene Annual-Commitment-Verlängerung, Umstellung auf jährliche Vorauszahlung und Bereinigung des Lizenzbestands. Wer parallel die Plan-Wahl überprüft (Standard vs. Premium, Basic für reine Mail-User), kann nach der Anpassung sogar günstiger fahren als vorher. Als Microsoft-Partner und QualityHosting-Reseller in Berlin unterstützen wir KMU in Berlin und Brandenburg bei diesem Schritt: Wir analysieren Ihren aktuellen Lizenzbestand, prüfen die optimale Plan-Wahl für Ihre Anwender und übernehmen die vorgezogene Verlängerung über das QualityHosting-Portal. Sprechen Sie uns an, wenn Sie vor dem 30.06.2026 noch einen Beratungstermin nutzen möchten.

Quellen und Disclaimer

Microsoft-Primärquellen: Microsoft 365 Blog (Jared Spataro, 04.12.2025) sowie Microsoft Licensing News zur Paket- und Preisanpassung 2026. Die in diesem Artikel genannten EUR-Werte basieren auf übereinstimmenden Veröffentlichungen mehrerer deutscher Microsoft-Partner (Stand Dezember 2025 bis Juni 2026). Microsoft veröffentlicht die finalen EUR-Listenpreise voraussichtlich rund einen Monat vor Inkrafttreten. Vor jeder Vertragsverlängerung sollten die aktuellen CSP-Konditionen verifiziert werden. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Lizenz- oder Rechtsberatung.
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Matthias Tichý

IT-Berater und Gründer von IT-Service M.Tichý in Berlin-Spandau. Seit 2010 betreut er kleine und mittlere Unternehmen in Berlin und Brandenburg bei Microsoft 365, IT-Sicherheit, Backup und Managed Services.